Körperfett ist nicht gleich Körperfett. Der gesamte Körperfettanteil ergibt sich aus dem subkutanen Fett, also dem Fett, welches direkt unter der Haut liegt, und dem viszeralen Fett. Das ist das Körperfett, welches im Bauchraum zu finden ist. Aber was genau ist der Unterschied?
Viszerales Fett
Das viszerale Fett lagert sich in der Bauchhöhle (intraabdominal) um Magen, Darm und Leber ab. Bis zu einem gewissen Grad ist dieses Körperfett sinnvoll, um die Organe zu schützen, stützen und im Notfall Energie zur Verfügung zu stellen. In unserer Gesellschaft, gibt es solche Notfälle aber in der Regel nicht mehr und macht dieses Fett beinahe überflüssig.
Da durch ein Überangebot an energiereicher Nahrung, die meisten Menschen täglich mehr Energie zu sich nehmen, als sie verbrauchen, lagert sich zu viel des viszeralen Fettes nicht nur um die Organe ab, sondern auch in ihnen ab und versteckt sich dort. So können auch schlanke Menschen zu viel Körperfett haben, ohne es zu merken und wir sind wieder beim Skinny Fat.
In meinem vorherigen Blog-Post bin ich darauf eingegangen, dass viszerales Fett ein großer Risikofaktor für eine Reihe von diversen Zivilisationskrankheiten, wie z.B. Arthrose, Diabetes mellitus Typ 2 und verschiedene Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein. Des Weiteren begünstigt es das Risiko für Schlaganfälle und Demenz durch die entzündungsfördernden Botenstoffe.

Subkutanes Fett
Das subkutane Fett liegt direkt unter der Haut und über der Muskulatur (Unterhautfettgewebe). Sichtbar als sogenannte Speckpolster aka „Rettungsringe“ oder „Muffintops“. Dieses Körperfett schützt den Körper vor Kälte und speichert Energie.
Es ist also, bis zu einem gewissen Maß!, nützlich und wird eher als störend empfunden.
Bei subkutanen Fettgewebe ist es sogar so, dass es deutlich weniger Risiken für die Gesundheit birgt, als das viszerale Fettgewebe. Denn das subkutane Körperfett ist nicht so stoffwechselaktiv wie das viszerale Körperfett. Doch auch subkutanes Fett kann sich deutlich vermehren, wenn mehr Energie aufgenommen, als verbraucht wird. Und dann kann es auch gesundheitliche Folgen haben.
Risiken von zu hohem subkutanen Körperfett
Bringt ein Mensch zu viel Gewicht, durch vergrößerte subkutane Fettzellen auf die Waage, macht sich das auf viele Arten bemerkbar.
Geringere körperliche Belastbarkeit, Gelenkbeschwerden und starkes Schwitzen auf physischer Ebene und depressive Störungen, vermindertes Selbstwertgefühl und soziale Phobien auf psychischer Ebene, sind einige Risiken.
Die geringere körperliche Belastbarkeit macht sich durch Atemnot bei schon simplen Alltagsaufgaben, wie z.B. Treppensteigen oder dem Bücken nach Gegenständen bemerkbar. Auch leichte Spaziergänge sind fordernd und führen zur schnellen Ermüdung des Körpers und daraus resultierender Atemnot.
Die Gelenkbeschwerden sind auf tägliche tragen von zusätzlichem Gewicht zurückzuführen. Wer täglich extra Gewicht von mehreren Kilos mit sich herumträgt, tut seinen Gelenken keinen Gefallen. Hier könnte natürlich eingeworfen werden, dass Bodybuilder*innen ebenfalls mehr Körperkilos mit sich tragen, als normal gewichtige, aber da besteht dennoch ein Unterschied. Durch das Trainieren der Muskulatur, werden gleichzeitig auch die Gelenke und Knochen gestärkt, denn eine starke Muskulatur stützt und schützt unser Skelett und Arthrose, also die Abnutzungserscheinungen unserer Gelenke, ist hier ein geringeres Risiko, als bei Adipositas.
Das vermehrte Schwitzen tritt meist schon bei geringer körperlicher Belastung und bei niedrigeren Temperaturen auf. Schwitzen mag zwar lästig sein, aber es führt neben Wasser- und Elektrolytverlust auch häufig zu Scham bei Betroffenen und kann sich sehr negativ auf die Psyche auswirken.
Generell kann sich Übergewicht negativ auf das seelische Wohlbefinden auswirken, wenn Ausgrenzung die Folge sind. Das Selbstbewusstsein wird gemindert und es können Angststörungen, soziale Phobien und Depressionen die Folge sein.
Und hier sei folgendes angemerkt: „Wir kommentieren niemals die Körper anderer Personen! Völlig egal, ob dünn, dick, muskolös, untrainiert, weich, hart, picklig, faltig, dellig, glatt, straff oder sonst was! Auch nicht als Kompliment!“ Wenn eine Person dich nicht explizit nach ihrem Äußeren fragt, sagst du nichts! Und wenn, dann bist du nett! Und wie Klopfer schon wusste „Wenn man nichts nettes zu sagen hat, soll man den Mund halten.“ Sei also wie Klopfer!

Fazit
Fett ist nicht gleich Fett. Während beide Arten zwar dazu gedacht sind uns in Notzeiten mit Energie zu versorgen und uns gegen Kälte zu schützen, ist das viszerale Fett doch um einiges Besorgniserregender, als das subkutane Fett.
Doch auch wenn das subkutane Fett uns weniger Schadet, als das viszerale, heißt das nicht, dass es völlig unbeachtet bleiben sollte, da auch hier gesundheitliche Probleme auftreten und die Risiken für schwere Folgeerkrankungen erhöht sein können.
Wichtig ist, auf seine Gesundheit zu achten, wohlwollend und fürsorglich mit sich selbst umzugehen, um möglichst lange ein gesundes Leben ohne Einschränkungen führen zu können.
Quellen und Literatur:
Dr. med Anne Fleck: Schlank! und gesund mit der Doc Fleck Methode
Dipl. oec. Troph. Franca Mangiameli & Prof. Dr. Nicolai Worm: Außen Schlank Innen Fett – Warum verstecktes Bauchfett auch für schlanke Menschen gefährlich ist
https://www.barmer.de/gesundheit-verstehen/sport/bewegung-und-fitness/bauchfett-1056546
https://www.dak.de/dak/gesundheit/erkrankungen/so-gefaehrlich-ist-bauchfett_25316

