Wie Ernährung deine Gesundheit beeinflusst – Du bist, was du isst

Du bist was du isst, geht auf das Zitat „Der Mensch ist, was er isst.“ des deutschen Philosophen Ludwig Feuerbach (18.07.1804 – 13.09.1872) zurück. Auch der französische Begründer der Gastrosophie, der Wissenschaft von gutem Essen, Jean Anthelme Brillat-Savarin (01.04.1755 – 02.02.1826) sagte „ Sage mir was du isst, und ich sage dir was du bist.“ Damit ist jedoch nicht gemeint, dass du zum knusprig goldenen Stäbchen wirst, nur weil du gerne und häufig Fritten isst. Genauso wenig wirst du plötzlich rund, knackig und saftig, weil du dir täglich mehrere Äpfel einverleibst. Und natürlich wurde auch noch kein Mensch zum Lauch, weil zu viel dieses Zwiebelgemüses gegessen wurde. Was genau macht deine Ernährung mit dir?

Ernährung als Statussymbol

Ein Foto von verschiedenen Gerichten, die eine ausgewogen Ernährung darstellen.
Photo by Chan Walrus on Pexels.com

Der Satz „du bist, was du isst“ kann auf zwei Arten interpretiert werden. Zum einen sozioökonomisch, also welchen Statuswert du durch dein Essen einnimmst.

Während zum Beispiel ein Millionär, der täglich seine mit Kaviar belegten Blinis in den sozialen Medien präsentiert, ganz deutlich damit zeigen will, „seht her, wie reich ich bin!“, möchte die Mutter zweier Kinder mit ihrer deftigen Hausmannskost, Traditionen weiterleben lassen.

Es geht sogar so weit, dass Menschen sich als laktose-, fruktose- oder glutenintolerant bezeichnen und sich auch entsprechend Ernähren, ohne das es wirklich einen Grund dazu gibt. Damit wird jedoch auch etwas repräsentiert. Nämlich „Ich kann es mir leisten kompliziert zu sein.“
Dabei handelt es sich jedoch meistens um keine bewusste Entscheidung. In der Regel werden diese Menschen eher durch die Medien beeinflusst und ihnen ein Lifestyle verkauft. Dazu gibt es im Deutschland Funk einen sehr interessanten Beitrag. Den Link zu dem Beitrag findest du unten in den Quellenangaben.

Ähnlich verhält es sich auch mit dem Veganismus. Hier wird sich ganz deutlich von „traditioneller“ Ernährung abgegrenzt und deutlich gemacht, dass es keine Rolle spielt, ob mehr Geld für Lebensmittel eingeplant werden muss oder nicht. Auch hier ist wieder der Status „Ich kann es mir leisten“.

Aber eigentlich wollte ich auf etwas ganz anderes hinaus. Nämlich die zweite Interpretationsart. Essen = Gesundheit.

Auf den Inhalt der Ernährung kommt es an

Eine Frau, die Obst schneidet. Ernährung, ausgewogene Ernährung, Ernährungsberatung
Photo by Nathan Cowley on Pexels.com

Hier geht es vor allem um die Nahrungsmittel die du isst. Wie schon gesagt, täglich mehrere Äpfel machen dich nicht zu einem. Was jedoch passiert, ist dass du mit Nährstoffen versorgt wirst und dein Körper diese dann (temporär) enthält.

Ich würde jetzt gerne mit eine Hannibal Lector-Analogie aufwarten, aber ich fürchte das könnte dir den Magen umdrehen. Das möchte ich nun wirklich nicht. Also nehme ich ein anderes Beispiel.

Meine Wurst enthält Eisen, weil sie von einem Tier stammt

Viele Omnis (Omnivorlebende Menschen/allesessende Menschen) verteidigen ihren Fleisch- und Milchkonsum und argumentieren mit den guten Inhaltsstoffen in diesen „Produkten“.

Fleisch zum Beispiel enthält viel Eisen, Protein und Vitamin B12. Fisch ist reich an Omega-3-Fettsäuren und Jod.

Nun ist es aber so, dass ein Steak kein B12 enthält, weil es von einer Kuh stammt. Das liegt eher daran, dass der Kuh ein Vitamin B12-Supplement ins Futter gemischt wurde. Auch Eisen und Protein, enthält Fleisch nur, weil das Tier vorher Pflanzen gefuttert hat, die eben eisen- und proteinhaltig waren.

Ein Fisch enthält übrigens auch keine Omega-3-Fettsäuren und kein Jod, weil er ein Fisch ist, sondern weil er Algen gegessen hat, die eben diese Nährstoffe enthalten.

Wir nehmen Nährstoffe entweder direkt auf, oder über Zwischenwirte

Nehmen wir mal das Vitamin B12. Gebildet wird dieses Vitamin hauptsächlich von Mikroorganismen, welche im Erdreich vorkommen. Früher bevor es Supermärkte gab und alles steril verpackt wurde, wurden Lebensmittel nur kurz gespült und hatten so immer noch etwas „Dreck“ an sich haften. Das diente dann der Vitamin B12 Versorgung.

Bei einer Kuh verhielt es sich ähnlich. Durch den täglichen Verzehr frischen Grases auf der Wiese, gelangte genug B12 in ihren Organismus. Da die meisten Kühe heute aber nicht mehr täglich auf der Wiese stehen, wird ihnen Vitamin-B12 mit ins Futter gemischt.

Im Grunde ist es für Menschen also Sinnvoller täglich ein B12-Präparat zu schlucken, als erst eine Kuh zu füttern und diese dann selbst zu essen.

Was für ein Umweg.

Genauso ist es mit dem Fisch. Nicht nur, dass Jod und Omega-3-Fettsäuren in Algen enthalten sind. Auch der der typische Geschmack eines Fisches liegt an seiner algenreichen Ernährung.

Das Fleisch von Tieren enthält also diese Nährstoffe, weil sie Dinge, überwiegend Pflanzen essen, die eben genau diese Nährstoffe enthalten.

Und genauso lässt es sich auf den Menschen übertragen. Lass uns doch mal gucken, wie Ernährung uns bzw. unsere Gesundheit beeinflusst.

Von Makros und Mikros in der Ernährung

Ein Gericht bestehend aus viel Gemüse und Quinoa. Ausgewogene Ernährung, Gesund, Skinny Fat Ernährung,
Photo by Ella Olsson on Pexels.com

Um unsere Körperfunktionen aufrecht zu erhalten, brauchen wir bestimmte Nährstoffe. Grob lassen diese sich in zwei Kategorien einteilen. Da wäre zum Einen die Gruppe der Makronährstoffe und zum Anderen die Mikronährstoffe.

Zu den Makronährstoffen gehören Kohlenhydrate, Fette und Proteine. Die Mikronährstoffe bestehen aus Vitaminen und Mineralstoffen.

Ballaststoffe

Des Weiteren gibt es noch die sogenannten Ballaststoffe. Diese sind zahlreich in Obst und Gemüse vorhanden. Ballaststoffe landen unverdaut im Darm, wo sie dann in den verschiedenen Darmabschnitten den dortigen Bakterien als Futter dienen. Diese Bakterien, sind übrigens nicht nur für unsere Verdauung von nutzen, sondern beeinflussen auch unser Immunsystem. Um so gesünder diese Bakterien ernährt werden, desto fitter sind deine eigenen Abwehrkräfte. Die unerwünschten und potenziell krankmachende Bakterien, sind von Ballaststoffen nicht ganz so angetan, was noch ein weiterer Pluspunkt für viel Obst und Gemüse auf dem Speiseplan ist.

Ein Bluttest gibt auskunft

Wie gut wir mit unseren Makro- und Mikronährstoffen sind, lässt sich über einen Bluttest bestimmen. Die Ergebnisse, nach einer Untersuchung im Labor zeigen, mit welchen Nährstoffen eine eventuelle Unterversorgung haben und mit welchen wir Überversorgt sein können.

Nehmen wir mal an, dass du einen Bluttest hast vornehmen lassen, bei dem herauskam, dass du eine Vitamin A-Unterversorgung, aber eine Natriumüberversorgung hast.

In diesem Fall sollte auf deinem Speiseplan mehr orangefarbenes sowie gelbes Obst und Gemüse stehen und dafür viel weniger Salz. Weniger Salz beim Kochen zu verwenden ist eine Möglichkeit, die andere Maßnahme kann dann so aussehen, dass du auf hoch verarbeitete Produkte verzichtest oder den Verzehr von Aufschnitt und Fertiggerichten auf ein Minimum reduzierst.

Alles was wir essen hat einen Einfluss auf unseren Organismus und darauf wie wir uns fühlen. Wenn du beispielsweise unter einem Eisenmangel leiden würdest, würdest du dich ständig müde fühlen, während du bei einem ausgeglichenen Eisenlevel fit bist.

Du siehst also, dass der Satz „Du bist, was du isst“, ist eher so zu verstehen, dass du umso gesünder bist, je ausgewogener du dich ernährst. Wenn du es bevorzugst täglich Fertigprodukte zu essen, ist es also kein wunder, wenn deine Gesundheit dadurch negativ beeinflusst wird. Wenn du aber möglichst abwechslungsreich isst, nimmst du mehr Nährstoffe auf, die für deine Gesundheit förderlich sind.

Bei einer Ernährung die Hauptsächlich kaloriendicht aber nährstoffarm ist, werden nicht genügend Mikronährstoffe und Ballaststoffe aufgenommen. Das kann auf Dauer zu Skinny Fat führen, aber auch zu Übergewicht bis hin zur Adipositas. In diesen Fällen, ist das Risiko an verschiedenen Erkrankungen, wie zum Beispiel die nichtalkoholische Fettleber, Diabetes mellitus Typ 2 und Herzkreislauferkrankungen zu bekommen, stark erhöht.

Du bist also nur so gesund, wie das Essen, das auf deinem Teller landet. Das soll natürlich nicht heißen, dass es hin und wieder auch mal eine Tiefkühlpizza geben darf oder das leckere Stück Sahnetorte gemieden werden sollte. Am Ende macht, wie bei fast allem, die Dosis das Gift.

Zusammenfassung

Buntes Gemüse. Ausgewogene Ernährung, Skinny Fat Ernährung, Ernährungsberatung
Photo by Alexander Grey on Pexels.com

Am Ende liegt es natürlich an dir, wie du dich ernährst. Es ist nur eben so, dass diese tägliche Wahl die du hast, deine Gesundheit maßgeblich beeinflusst. Nicht nur was du isst, ist von Bedeutung, sondern auch die Menge. Solange du dich ausgewogen Ernährst, ist ein Stück Kuchen, ein Glas Cola und eine Handvoll Salzlakritze kein Dilemma. Auch eine Fertigpizza aus dem Kühlregal, führt nicht gleich zu einer Mangelernährung oder einer Überversorgung mit Natrium. Täglich jedoch ist eine Ernährung mit vielen Fertigprodukten jedoch nicht zu empfehlen, da dabei eben die ganzen Vorteile einer frischen und selbst zubereiteten Mahlzeit ausbleiben wie zum Beispiel keine adäquate Versorgung der Mikronährstoffe und wahrscheinlich eine viel zu hohe Zufuhr von ungesunden Fetten und Kohlenhydraten.

Und, um ihn am Ende doch noch ins Spiel zu bringen, Hannibal Lector muss ja schließlich auch sehen, wo er seine Nährstoffe herbekommt.


Quellen und Literatur

Ecodemy Skript – Potenziell kritische Nährstoffe bei veganer Ernährung

https://www.deutschlandfunkkultur.de/ernaehrung-als-statussymbol-du-bist-was-du-isst-100.html

https://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/ernahrungsforschung-was-uns-gesund-halt-8033.php

https://www.aok.de/pk/magazin/ernaehrung/gesunde-ernaehrung/einfach-erklaert-was-sind-ballaststoffe/

https://www.die-sportschmiede.de/blog/bloginhalte/du-bist-was-du-isst-so-wirkt-sich-deine-ernaehrung-auf-deinen-koerper-aus

https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Warum-gesunde-Ernaehrung-so-wichtig-ist,ernaehrungsmedizin100.html

https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Themen/Ernaehrung/Ernaehrung_node.html




Oh, hallo 👋
Schön, dass du hier bist.

Trag dich ein, um neue Blogartikel zu erst zu lesen und regelmäßige Inhalte zu bekommen.

Wir senden keinen Spam! Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.

Entdecke mehr von Fit and Vegan

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen